Teetrends aus Übersee

Ein Streit um die Teesteuer – die berühmte „Boston Tea Party“ im Jahr 1773 – veränderte die Weltgeschichte, denn sie bildete den Auftakt für die amerikanische Unabhängigkeit. Heute spielt der Tee in den USA auf der politischen Ebene zwar keine Rolle mehr, doch dafür tragen amerikanische Anbieter zur Geschmacksvielfalt in der Welt der Tees maßgeblich bei. Insbesondere junge, erlebnisorientierte Teetrinker sind begeistert von den innovativen Kreationen, die Genuss und Gesundheitsförderung miteinander verbinden. Vielleicht ist es auch ein wenig dem bunten Mix der Kulturen zuzuschreiben, dass im Einwandererland Amerika besonders fantasievolle Teemischungen entwickelt werden.

Exotischer Teegenuss

Wie groß die Auswahl ist, zeigt beispielsweise das Sortiment des Teespezialisten Teaworld auf www.teaworld.de. Die drei bekanntesten nordamerikanischen Hersteller sind hier mit ihren Produkten vertreten – allen voran der beliebte „Bengal Spice Tea“ des Herstellers Celestial Seasonings aus Colorado. Eine Tasse dieses Tees ist wie eine kleine Reise zu einem exotischen Gewürzmarkt in einem fernen Land. Alle Zutaten werden besonders schonend angebaut und nach exklusiver Rezeptur gemischt. Das Ergebnis ist ein vollaromatischer Genuss aus reinen Kräutern und Gewürzen ohne Koffein.

Aromen und Gewürze spielen die Hauptrolle

Den Trend zum würzig-milden Chai Tee hat der Amerikaner David Rio erkannt und entwickelte einen modernen Drink in verschiedenen Geschmacksrichtungen ohne künstliche Aromen, der sehr leicht zuzubereiten ist: Einfach ein paar Löffel des Tees in eine Tasse geben und mit heißer Milch oder teils Milch, teils Wasser aufgießen. Und noch eine aktuelle Entwicklung in Sachen Teegenuss kommt aus den USA zu uns: lösliche Gewürzmischungen, die heißen oder auch kalten Getränken das gewisse Etwas verleihen. Die wohl bekannteste Mischung ist das „Original Aspen Mulling Spices“, das inzwischen von den Weihnachtsmärkten nicht mehr wegzudenken ist und gern auch für alkoholfreien Punsch auf Basis von Apfelsaft verwendet wird.

14 Punkte vom GaultMillau für das Restaurant Kalaboush

Eine ganz besondere Ehre wurde Restaurantleiter Michael Scherf zuteil. Zunächst ahnungslos die Tagespost sichtend, traf ihn der Blitz, als klar wurde:
14 Punkte im GaultMillau 2015. Schwarz auf weiß, geadelt durch die Urkunde des wohl einflussreichsten Restaurantführers. Ein solches Ergebnis ist einmalig in der Region und nicht zuletzt der Verdienst des neuen Küchenchefs Kai Klinkel. Der 38 -jährige Familienvater erkochte in der Vergangenheit bereits selbst zunächst 15, dann 16 Punkte im GaultMillau. Bis 2012 war er im Restaurant „Apicius“ im Jagdhaus Eiden in Bad Zwischenahn tätig. Nach Zwischenstopps, unter anderem im „Bestial“ in Oldenburg, landete er nun im Landkreis Vechta und scheint im Kalaboush angekommen zu sein. Das beweist aktuell sicherlich auch das exzellente Ergebnis im GaultMillau. Der GaultMillau, nach seinen Herausgebern Henri Gault und Christian Millau benannt und neben dem Guide Michelin der einflussreichste Restaurantführer, vergibt seine Punkte in Form von Hauben, die neben Michelins Sternen die begehrteste Auszeichnung der Haute Cuisine sind.

„Das Jahr 2014 war und ist ein erfolgreiches Jahr für das Kalaboush. Neben dem Neuzugang unseres Küchenchefs, konnte auch das hauseigene Weinfest in Kooperation mit der Gemeinde Bakum, Ende September zeigen, dass sich in der Region kulinarisch einiges tut“, resümiert Geschäftsführer und Restaurantleiter Michael Scherf.

Auch im neuen Jahr wird das Kalaboush für eine klassische, internationale Gourmetküche aus regionalen, frischen Produkten stehen. Mit kulinarischen Akzenten und der ganz eigenen Handschrift des Küchenchefs versehen, lädt das Haus seine Gäste zum Staunen und genießen ein, ganz getreu dem eigenen Credo: „Erleben was schmeckt“.

„Schlecht essen ist wie sich nicht waschen“

Jürgen Dollase ist bestürzt über die Ernährungsgewohnheiten der Deutschen und deren weit verbreitete Gleichgültigkeit gegenüber Qualität im Kochtopf. „Leider ist kulinarischer Analphabetismus gesellschaftlich nicht geächtet. Für viel zu viele gehört Essen in den Bereich ordinärer Verrichtungen, fast wie Verdauen“, kritisiert er in der aktuellen GALA MEN (Ausgabe 5/14, ab morgen im Handel). Der Gastrokritiker, der pro Jahr bis zu 150 Restaurants testet, appelliert: „Essen ist keine Privatsache, sondern hat gesellschaftliche Rückkopplungen. Aggressiv formuliert: Schlecht essen ist wie sich nicht waschen. Genießen ist eine Wahrnehmungsfertigkeit, die man entwickeln kann.“

Hart geht Dollase mit dem Lieblingsessen in deutschen Kantinen ins Gericht, der Currywurst: „Diese darmgepressten Fleischabfälle sind überhaupt nur dank einer absurd stark gewürzten Sauce genießbar. Ich führe gerade einen Feldzug gegen Salz und Pfeffer und werbe für eine aromatische Abrüstung.“

Wer sich einmal an „gedopte Aromen“ gewöhnt habe, so Dollase, sei kein Kandidat mehr für die Spitzenküche, weil dort wesentlich milder und differenzierter gewürzt werde. „Diese Leute sagen dann zu allem, es schmecke fade. Das ist im Grunde eine zivilisatorische Katastrophe.“